Globaler Glücksspielmarkt – Zahlen und Trends im Kontext der Schweizer Sportwetten

347 Milliarden Dollar Umsatz – und die Schweiz mittendrin
Wenn ich in Beratungsgesprächen die Grössenordnung des globalen Glücksspielmarkts nenne, folgt fast immer die gleiche Reaktion: Ungläubiges Staunen. 347 Milliarden US-Dollar Einnahmen im Jahr 2024, bei einer Gesamtsumme aller platzierten Wetten von 4,2 Billionen US-Dollar. Das ist mehr als das BIP vieler Länder. Und die Schweiz, mit ihrem streng regulierten Monopolmarkt, ist ein Teil dieses globalen Ökosystems – ein kleiner, aber wohlhabender Teil.
Als Zahlungsexperte interessiert mich an diesen Zahlen vor allem eines: Wie fliesst das Geld? Welche Zahlungsmethoden dominieren global, welche Rolle spielt PayPal, und wie positioniert sich die Schweiz im internationalen Vergleich? Die Antworten zeichnen ein Bild, das erklärt, warum die Schweizer Sportwetten-Landschaft so aussieht, wie sie aussieht – und warum PayPal darin keine Rolle spielt.
Die grössten Märkte und ihr Wachstum
Die grössten Glücksspielmärkte der Welt sind die USA, China (primär Macau), Grossbritannien, Australien und Japan. Jeder dieser Märkte hat seine eigene Regulierungsstruktur, seine eigene Zahlungsinfrastruktur und sein eigenes Verhältnis zu Online-Gambling. Die USA haben den Markt in den letzten Jahren Staat für Staat liberalisiert – von New Jersey über Pennsylvania bis Michigan. China reguliert streng und kanalisiert den Markt nach Macau. Grossbritannien hat die offenste Regulierung in Europa.
Das Wachstum des Online-Segments ist der auffälligste Trend, und die Pandemie hat ihn beschleunigt. Für die Schweiz wird der Online-Glücksspielmarkt auf ein Volumen von rund 1,26 Milliarden US-Dollar geschätzt, mit einer jährlichen Wachstumsrate von 6,8 Prozent bis 2027. Das klingt nach viel – ist aber im globalen Kontext ein Rundungsfehler. Die gesamte Schweiz erwirtschaftet weniger als ein einzelner US-Bundesstaat wie New Jersey im Online-Gambling. Der Schweizer Markt macht weniger als ein halbes Prozent des Weltmarkts aus.
Was die Schweiz allerdings auszeichnet: die Pro-Kopf-Ausgaben. Mit 438 CHF pro Kopf und Jahr für Lotterien und Wetten gehört die Schweiz zu den Ländern mit den höchsten Pro-Kopf-Ausgaben weltweit. Das liegt nicht an übermässigem Spielverhalten, sondern am hohen Einkommensniveau und der kulturellen Akzeptanz von Lotterien. Sportwetten wachsen als Segment schneller als Lotterien, bleiben aber volumenmässig dahinter. 25 Prozent der befragten Schweizer gaben an, in den letzten zwölf Monaten auf Sport gewettet zu haben – eine beachtliche Durchdringung für einen Monopolmarkt.
Wo die Schweiz im globalen Vergleich steht
Die Schweiz ist ein Sonderfall. Ein kleines Land mit strengem Monopol, hohen Pro-Kopf-Ausgaben und einer Regulierung, die bewusst auf Qualität statt Quantität setzt. Der Gesamtumsatz des Schweizer Lotterie- und Wettmarkts betrug 2024 insgesamt 3,97 Milliarden CHF, mit einem Bruttospielertrag von 1,25 Milliarden CHF. Im europäischen Vergleich liegt die Schweiz damit im Mittelfeld – grösser als Österreich oder Belgien, kleiner als Frankreich, Deutschland oder Grossbritannien.
Was die Schweiz von den meisten europäischen Märkten unterscheidet: das Monopolmodell. Während Grossbritannien, Spanien und Italien auf einen liberalisierten Markt mit vielen Anbietern setzen, beschränkt die Schweiz das Sportwetten-Angebot auf Swisslos und Loterie Romande. Dieses Modell hat Vor- und Nachteile. Der Vorteil: Hohe Kontrolle, starker Spielerschutz, kanalisierte Einnahmen. Der Nachteil: Eingeschränkte Angebotsvielfalt, fehlender Wettbewerb, niedrigere Quoten.
Im Zahlungsbereich zeigt sich die Schweizer Besonderheit deutlich. Während in Grossbritannien PayPal die beliebteste Zahlungsmethode bei Sportwetten ist und in Deutschland eine ähnliche Rolle spielt, dominiert in der Schweiz TWINT. PayPal hat über 45 Prozent des globalen Online-Zahlungsmarkts – aber im Schweizer Glücksspielmarkt exakt null Prozent. Diese Diskrepanz ist einzigartig und resultiert aus der Kombination von Monopolstruktur, Netzsperre und der Stärke heimischer Zahlungsanbieter.
PayPals Anteil am globalen Glücksspiel-Zahlungsverkehr
PayPal ist einer der wichtigsten Zahlungsdienstleister im regulierten Online-Glücksspiel weltweit. In Grossbritannien nutzen Millionen von Wettfans PayPal als primäre Zahlungsmethode. In Spanien und Italien ist PayPal ebenfalls etabliert. In den USA wächst der Anteil mit der fortschreitenden Liberalisierung der einzelnen Bundesstaaten.
Aber PayPals Anteil am gesamten Glücksspiel-Zahlungsverkehr ist kleiner, als die Marktdominanz im allgemeinen Online-Handel vermuten lässt. Der Grund: PayPals selektiver Ansatz. Nur lizenzierte Anbieter in ausgewählten Märkten erhalten eine Zulassung. Das schliesst einen grossen Teil des Weltmarkts aus – insbesondere Asien, Afrika, Lateinamerika und kleinere europäische Märkte wie die Schweiz.
Die Alternative? Kreditkarten dominieren global nach wie vor, gefolgt von E-Wallets wie Skrill und Neteller, die sich auf den Gambling-Bereich spezialisiert haben. Kryptowährungen wachsen als Nische, bleiben aber unter 5 Prozent des Gesamtvolumens und sind primär bei nicht regulierten Anbietern verbreitet. Und regionale Zahlungsmethoden – TWINT in der Schweiz, iDEAL in den Niederlanden, Boleto in Brasilien – füllen die Lücken, die internationale Anbieter lassen.
Für die Schweiz ergibt sich ein klares Bild: Der globale Markt ist riesig, PayPal spielt darin eine wichtige, aber nicht dominante Rolle, und die Schweiz hat sich bewusst für einen eigenen Weg entschieden. Die regulatorische Eigenständigkeit des Geldspielgesetzes spiegelt sich in der Zahlungsinfrastruktur wider. Ob das ein Vor- oder Nachteil ist, hängt davon ab, was man priorisiert: Angebotsvielfalt oder Marktordnung. In einem globalen Markt, in dem 80 Millionen Menschen von problematischem Spielverhalten betroffen sind, hat die Schweizer Entscheidung für Regulierung durchaus ihre Berechtigung – auch wenn sie den Zugang zu PayPal und internationalen Anbietern einschränkt.
Globaler Glücksspielmarkt – die Kernfragen für Schweizer Wettfans
Wie gross ist der globale Glücksspielmarkt?
Der globale Glücksspielmarkt erzielte 2024 Einnahmen von 347 Milliarden US-Dollar bei einer Gesamtsumme aller Wetten von 4,2 Billionen US-Dollar. Der Markt wächst jährlich, angetrieben vom Online-Segment.
Wie wächst der Online-Glücksspielmarkt in der Schweiz?
Der Schweizer Online-Glücksspielmarkt wird auf rund 1,26 Milliarden US-Dollar geschätzt und wächst mit einer Rate von etwa 6,8 Prozent pro Jahr. Die Pro-Kopf-Ausgaben für Lotterien und Wetten liegen bei 438 CHF und gehören zu den höchsten weltweit.
Erstellt von der Redaktion von „Paypal Wetten“.
