Spielsperre Schweiz-Liechtenstein – Das Abkommen und seine Folgen für Wettkunden

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Seit Januar 2025 gilt die Sperre über die Grenze hinaus
Bis Anfang 2025 war die Schweizer Spielsperre an der Landesgrenze zu Ende. Wer in der Schweiz gesperrt war, konnte einfach nach Liechtenstein fahren und dort weiterspielen. Ein halbstündiger Ausflug von Buchs oder Sargans – und die Sperre war wirkungslos. Ich habe dieses Schlupfloch in Gesprächen mit Beratungsstellen immer wieder als das grösste Problem des Schweizer Spielschutzsystems identifiziert.
Am 7. Januar 2025 trat das bilaterale Abkommen zwischen der Schweiz und dem Fürstentum Liechtenstein in Kraft, das diesem Zustand ein Ende setzte. Seither werden Spielsperren grenzüberschreitend anerkannt: Wer in der Schweiz gesperrt ist, ist automatisch auch in Liechtenstein gesperrt – und umgekehrt. Für einen so kleinen geografischen Raum ist das ein enormer Schritt, denn die beiden Länder teilen nicht nur eine Grenze, sondern auch eine gemeinsame Spielerschaft.
In der Schweiz waren 2023 insgesamt 14 787 Personen von einer Spielsperre betroffen – eine Zahl, die seit der Einführung von Online-Glücksspiel stetig wächst. Wie viele davon regelmässig nach Liechtenstein auswichen, zeigen die Umsatzzahlen nach dem Inkrafttreten des Abkommens. Die Casinos in Liechtenstein meldeten einen Rückgang von 85 Prozent – eine Zahl, die keiner Interpretation bedarf. Vor dem Abkommen floss ein erheblicher Teil der Schweizer Spielgelder über die Grenze, statt im heimischen System zu bleiben.
Was das Abkommen konkret regelt
Das Abkommen ist im Kern ein Datenaustausch-Vertrag. Die Schweizer Sperrdatenbanken – geführt von der ESBK und den Lotterie-Aufsichtsbehörden – werden mit den liechtensteinischen Behörden geteilt. Wer in der einen Datenbank steht, wird in der anderen automatisch erfasst. Der Prozess läuft digital und in Echtzeit – eine Sperre, die heute in der Schweiz registriert wird, ist morgen in Liechtenstein aktiv.
Umgekehrt gilt das Gleiche: Spielsperren, die in Liechtenstein verhängt werden, werden an die Schweizer Behörden übermittelt. Das betrifft sowohl freiwillige Selbstsperren als auch angeordnete Fremdsperren. Der Datenschutz ist in beiden Ländern durch entsprechende Gesetzgebung geregelt – die ausgetauschten Daten dürfen nur zum Zweck des Spielerschutzes verwendet werden.
Ein technisches Detail, das wichtig ist: Das Abkommen umfasst sowohl die landbasierten Casinos als auch die Online-Angebote. Wer bei einem Schweizer Online-Casino gesperrt ist, kann auch kein liechtensteinisches Online-Angebot nutzen. Die Abdeckung ist lückenlos – zumindest im legalen Bereich. Illegale Offshore-Anbieter sind naturgemäss nicht an das Abkommen gebunden, aber dort greift ohnehin kein Spielerschutzsystem.
85 Prozent weniger Umsatz – die Folgen in Liechtenstein
Der Umsatzrückgang von 85 Prozent bei den liechtensteinischen Casinos ist die eindrucksvollste Zahl in dieser Geschichte – und sie erzählt gleich mehrere Geschichten. Die erste: Ein enormer Anteil der Casino-Kundschaft in Liechtenstein bestand aus gesperrten Schweizer Spielern. Das war ein offenes Geheimnis, aber die Dimension überrascht trotzdem. Es bedeutet, dass die liechtensteinischen Casinos wirtschaftlich massgeblich von einem Spielerschutz-Versagen im Nachbarland profitierten.
Für den Spielerschutz ist die Zahl ein Erfolg. Sie zeigt, dass das System funktioniert – und zwar nicht theoretisch, sondern messbar. Der Fachverband Sucht hat das Abkommen als einen der wichtigsten Fortschritte im grenzüberschreitenden Spielerschutz der letzten Jahre bezeichnet. In einem Markt, in dem 4,3 Prozent der Schweizer Bevölkerung problematisches Spielverhalten zeigen, ist jede geschlossene Lücke ein Gewinn.
Die zweite Geschichte betrifft die wirtschaftlichen Folgen für Liechtenstein selbst. Die Casinos dort stehen vor der existenziellen Herausforderung, ein neues Geschäftsmodell zu finden, das nicht auf gesperrten Schweizer Spielern basiert. Die Personalplanung, die Investitionen, die gesamte wirtschaftliche Kalkulation dieser Betriebe muss neu aufgestellt werden. Das ist keine triviale Aufgabe für eine kleine Volkswirtschaft, deren Casino-Sektor plötzlich den Grossteil seiner Kundschaft verliert.
Die dritte Geschichte – und die wichtigste – betrifft die Spieler selbst. Für 4,3 Prozent der Schweizer Bevölkerung, die ein risikoreiches Spielverhalten zeigen, war der Umweg nach Liechtenstein ein Sicherheitsventil, das die Sperre aushebelte. Mit dem Abkommen fällt dieses Ventil weg. Das ist unbequem – aber genau das ist der Zweck einer Sperre. Sie soll unbequem sein.
Was das Abkommen für Schweizer Sportwetten-Kunden bedeutet
Wie wirkt sich ein Casino-Abkommen auf Sportwetten aus? Auf den ersten Blick wenig. Für Sportwetten ist das Abkommen weniger direkt relevant als für Casino-Spieler, weil in Liechtenstein keine legalen Sportwetten-Anbieter existieren, die mit Swisslos oder Sporttip vergleichbar wären. Die Hauptwirkung betrifft den Casino-Bereich. Aber indirekt hat das Abkommen auch Bedeutung für Sportwetten-Kunden.
Erstens: Es zeigt, dass die Schweiz bereit ist, grenzüberschreitende Kooperationen einzugehen, wenn es um Spielerschutz geht. Wenn ähnliche Abkommen mit anderen Nachbarländern folgen – etwa mit Österreich oder Deutschland – könnte das Spielschutzsystem noch wirksamer werden. Zweitens: Das Abkommen stärkt das Vertrauen in das gesamte Schweizer Regulierungssystem. Wer bei Swisslos spielt, spielt in einem System, das Spielerschutz ernst nimmt – nicht nur national, sondern international.
Und drittens: Das Abkommen ist ein Signal an die Branche, dass Schlupflöcher geschlossen werden. Wer eine Spielsperre als lästige Formalität betrachtet, die man mit einem Grenzübertritt umgehen kann, muss umdenken. Die Spielerschutzinfrastruktur wird dichter, nicht durchlässiger. Und das ist, trotz aller wirtschaftlichen Konsequenzen für Liechtenstein, die richtige Entwicklung.
Spielsperren-Abkommen Schweiz-Liechtenstein – was Wettkunden wissen müssen
Gilt meine Schweizer Spielsperre automatisch in Liechtenstein?
Ja. Seit dem 7. Januar 2025 werden Spielsperren zwischen der Schweiz und Liechtenstein gegenseitig anerkannt. Eine in der Schweiz registrierte Sperre gilt automatisch auch in Liechtenstein und umgekehrt. Der Datenaustausch erfolgt digital und in Echtzeit.
Seit wann ist das Abkommen in Kraft?
Das bilaterale Abkommen zur gegenseitigen Anerkennung von Spielsperren zwischen der Schweiz und dem Fürstentum Liechtenstein trat am 7. Januar 2025 in Kraft. Seither meldeten die Casinos in Liechtenstein einen Umsatzrückgang von 85 Prozent.
Erstellt von der Redaktion von „Paypal Wetten“.
